The big Camouflage Story
Track 1: Vorstellung
Oliver Kreyssig: Wir sind Camouflage und mein Name ist Olli Kreyssig Markus Meyn: Und mein Name ist Markus Meyn. Heiko Maile: Ich bin Heiko Maile. Ich arbeite hier im Studio und zusammen schreiben wir die Songs. Markus und Olli sind die Sänger. Das Composing machen wir zusammen, die Studioarbeit mach ich meistens allein.
Track 2: Bandgründung
HM: Wir hatten mal eine Band mit drei Akustikgitarren, die hießen „The Teddybears“ „Walking alone the street along“ (lachen) hieß der allererste Song glaube ich. So fängt man halt an. Auf der einen Seite haben wir Musik gemacht, aber trotzdem haben wir auch noch mit kleinen Puppen Kiss-Konzerte nachbauen (lachen). So fing das an. So mit Tennisschläger unterm Arm. (grölt) „I was an ?“.
OK: Damals gab´s auch noch Dash-Trommeln um Schlagzeug zu spielen. Ich schätze wir waren damals so zwölf, dreizehn Jahre alt.
MM: Da waren wir zusammen in der Jugendfreizeit. Da habe ich Heiko kennen gelernt. Olli kannte ich vorher schon aus der Schule. Aber wir drei haben uns dann in einem Zeltlager kennen gelernt. Wir liefen uns dann in der Stadt dann zwar ständig über den Weg aber die Entscheidung eine Band zu gründen, geschah erst 1983. Da haben wir uns bei einem Fest getroffen, saßen an einem Tisch mit gemeinsamen Freunden und irgendwie kam dann die Idee auf.
OK: Er wollte sich dann so einen Rhythmus-Computer kaufen.
HM: Dann wurde jemand ausgesucht, der jetzt der Sänger ist. Das war eben Markus. Und seitdem ist Markus unser Sänger. Aber er hat Fortschritte gemacht.
OK: Dezent.
HM: Wir haben damals bei SWS – einer Scheibenwischerfabrik gearbeitet und standen bei Granini knöcheltief im Orangensaft. So haben wir uns unser Equipment zusammen verdient. Wir hatten eigentlich relativ früh schon viel Zeug zusammen. Das wurde natürlich auch immer alle mitgeschleppt auf die Konzerte. Hat aber alles nicht funktioniert weil man da nichts abspeichern konnte. Das Equipment war auch unglaublich empfindlich. Die ersten Konzerte konnte man eigentlich gar nicht so nennen. Das waren eher „Events“. Das war schon hart verdientes Brot. Das muss man wirklich gestehen. Aber dann wurde es immer besser.
OK: Nach jeden Sommerferien haben wir einen neuen Sound entdeckt und ein neues Tape aufgenommen. Die Tapes haben wir dann selber vertrieben und an die Plattenfirmen verschickt.
Track 3: Bandname
HM: Eine meiner Lieblingsbands damals hieß „Yellow Magic Orchestra“ aus Japan. Die hatten einen Song, der hieß „Camouflage“. Ich den Titel dann als Bandnamen vorgeschlagen. Zunächst löste der Name keine große Begeisterung aus, aber schließlich haben wir uns darauf geeinigt. Seitdem sind wir auch glücklich damit. Es gab noch nie einen Tag, an dem ich gedacht habe, dass das ein doofer Name ist.
Track 4: Selfmade-Band
HM: Und was macht man, wenn man keine Plattform hat? Man macht sie sich selbst. Wir fingen dann an Kassetten zu produzieren und zu verkaufen. Mit unseren T-Shirts waren wir die ersten in der Stadt, die Merchandise-Artikel hatten. Alles natürlich im kleinen Rahmen. Ich denke aber, dass war eine gute Schule. Die meisten Leute, die man so in den letzten zwanzig Jahren begegnet ist, und die man schätzt, sind eigentlich einen ähnlichen Weg gegangen. Die mussten alle viel selbst machen und haben nicht alles serviert bekommen. Das stärkt einen. Auch wenn man mal über Jahre nicht so viele Platten verkauft. Man ist halt nicht so abhängig. Wir sagen immer: „Agieren statt Reagieren“.
Track 5: Musikalische Sozialisation
OK: Es gibt natürlich Sachen, die wir gemeinsam haben. Das fängt bei den Beatles an. Der Eine hat dann vielleicht mal seine Police-Phase, der andere hört Saxon… So sind wir alle verschiedene Phasen durchgegangen. So richtig los ging das dann Anfang der Achtziger mit Gary Numan oder Deutsch-Amerikanische Freundschaft, als wir alle in dieselben Clubs gegangen sind, wo solche Musik lief. Es gab dann auch so eine Art Wettstreit zwischen uns, wer welche Band zuerst entdeckt hat, wer die neuesten teuren Import-Maxis im Schrank stehen hat.
MM: Ich bin aber erst später eingestiegen was das betrifft. Ich war vorher eigentlich so ein totaler „Mainstreamer“. Meine erste Single war „Middle of the road“, mein erstes Album war, glaube ich, von Suede. Alles also in dem sehr melodischen Bereich. Ich war also nie, im Gegensatz zu Heiko und Olli in dieser Heavy Metal/Rock-Fraktion. Da war ich auch nie angesehen.
OK: Das war ja auch nur ne Phase.
MM: Ja, ich hatte diese Phase aber nie. Ich bin damit nie konfrontiert worden. Dann eher Neue Deutsche Welle.
OK: (lacht) Ich hatte dann auch eine Alan-Parsons-Project Phase.
Track 6: Fortsetzung
HM: Ich höre auch gerne Klassik, aber die elektronische Musik der damaligen Zeit hat für mich auch Klassiker-Status. Auf diese Musik greift man immer wieder gerne zurück.
MM: Wir hatten auch wirklich Glück mit der Szene, in der wir uns bewegt haben. So klein das Kaff auch war, in dem wir gelebt haben, es gab dort sehr musikinteressierte DJs, die beispielsweise Platten aus Kanada und von überall her importiert haben. Da lief ein Sound in den Discos am Wochenende – das war unfassbar. Was da an Indie-Elektronik zu hören war, dass hast du in so mancher Großstadt nicht gehört. Auch in Stuttgart gab es super Clubs, wo elektronische Independent-Musik. Das war schon sehr prägend.
Track 7: Bedeutung der Achtziger
MM: Ich würde unser Bild von den Achtzigern ganz stark trennen von diesem Abziehbild. Das wird es wahrscheinlich in zwanzig Jahren auch von der heutigen Musik geben. Für uns waren die Achtziger wichtig, weil zu der Zeit die ganzen, für uns, neuen Musiken entstanden sind.
OK: Das war auch die Phase, so mit siebzehn, achtzehn, wo jeder am meisten geprägt wird. Das ist ganz normal, dass einen die Musik dann prägt. Was auch wichtig ist, ist dieser riesige Schritt in der Technologie. Egal ob man jetzt synthetische oder elektronische Musik machte oder etwas ganz anderes. Es gab plötzlich die Möglichkeit mit relativ wenig Geld Musik aufnehmen und abmischen zu können. Das ging ja früher alles gar nicht. Da musste man schon jemanden kennen oder einen Plattenvertrag haben. Diese Aufbruchsstimmung zähle ich fast noch zu Punk dazu, weil plötzlich jeder anfangen konnte irgendwas zu machen. Sei es noch so naiv und einfach. Die Elektronik war dabei eine Art Multiplikator.
HM: Das ist das Einzige was für mich von den Achtzigern in meinem Bewusstsein Bestand hat. Wobei damals auch verdammt gute Musik gemacht wurde. Das selbst heute noch so viel Musik auch den Achtzigern als Remake wieder veröffentlicht wird, zeigt mir auch, dass das nicht so verkehrt gewesen sein kann. Das ist ganz stark in meinem Bewusstsein bezüglich der Achtziger. Hammer-Bands, geile Musik.
OK: Aber nicht nur elektronischen.
HM: Nein, nein. Insgesamt. Auch die Ausläufer der Disko-Bewegung und was es alles gab in den Achtzigern. Unglaublich! Also das ist etwas, was ich in den Neunzigern, oder in der Zeit danach nicht mehr so bewusst erlebt habe. Wobei ich auch nicht sagen kann, ob ich da Musik noch so bewusst aufgenommen habe. Denn seit ich Musik mache, höre ich Musik mit ganz anderen Ohren. Aber ich finde es schon komisch, wenn man betrachtet wie viel Musik aus den Achtzigern weiterhin benutzt wird.
Track 8: Unterschiede zwischen den Achtzigern und heute
HM: Ich finde der größte Unterschied zu heute ist, die Wahrnehmung insgesamt. Ich will das jetzt nicht romantisieren. Da waren viele Sachen natürlich auch alles andere als cool. Sachen, die heute viel relaxter sind. Das muss man auch mal sagen. Die Leute im Allgemeinen sind heute sicher nicht mehr so spießig. Aber damals war es für viele Dinge einfacher, weil die Wahrnehmung eine Andere war. Wir hatten eine Fernsehsendung. Die lief Sonntagmorgen um viertel nach Elf. Und diese eine Sendung hat ausgereicht, um uns in der nächsten Woche in die Charts zu bringen. Du bräuchtest man heute schon einen Auftritt bei „Wetten dass“ oder eine ganze Sammlung von Promo-Aktivitäten um nur annähernd das Gleiche zu erreichen. Wir hatten auch mal einen Auftritt bei der damals erfolgreichen Fernsehsendung „Bitte umblättern“. Ein Auftritt hat da gereich um auch zwanzig Jahre später noch angesprochen zu werden von meinen, sie hätten einen damals dort gesehen. Wir hatten zwar Erfolg in den USA aber das Coolste, war das Feedback hier. Man muss gestehen: Wir waren fett in den Billboard-Charts – richtig. Wir hatten aber nur eine Nummer eins in den amerikanischen Dance Charts. Das waren nicht die TOP 100, sondern die Dance-Charts. Die Wahrnehmung hier war aber so verrückt, dass man im Radio gefragt wurde: „Was macht ihr denn hier in Deutschland? Ihr seid doch gerade in den USA so erfolgreich“. Es gab kaum Videoclips im Fernsehen, es gab nur ein paar Discos. Auch der Unterschied zwischen den Eltern und den Kindern war noch viel größer. Heute mischt sich das ja teilweise schon ganz komisch. Es war alles ganz anders.
MM: Es gab Formel Eins und es gab Tele 5. Ansonsten gab es keine Sendungen, wo Videoclips liefen.
Track 9: Aufkommen der CD
MM: Was sich auch geändert hat, ist die Wertigkeit von Musik und Tonträgern. Anfang der Achtziger kamen ja die ersten CD-Spieler auf. Meine damalige Freundin hat sich einen gekauft. Das war damals schon der absolute Hammer. Und dann habe ich mir meine erste CD gekauft: „Head on the floor“ von The Cure. Jeder hat dann ganz aufgeregt gefragt: „Zeig mal! Was ist denn das!“. Die CDs waren damals auch so unheimlich schwer. Das war so was Besonderes. Wenn du da eine CD eingelegt hast, hast du digitale Qualität gehört – kein Rauschen und kein Knacken. Das war der Hammer! Als die CD aufkam, war ich bei einem CD-Händler in Stuttgart und habe gesehen, wie die Leute wirklich mit Einkaufswägen losgezogen sind um ihre Plattensammlung auf CD zu kaufen. Unvorstellbare Bilder! Diese Schlangen an den Kassen, diese Hunderte von CDs! Die letzte absolute Boom-Zeit der Plattenindustrie.
Track 10: Kämpfen für die Bekanntheit
HM: Uns war es immer ein Bedürfnis, für unsere Ideen zu kämpfen. Klar ist es schlimm, wenn die halb Welt sagt „dein Song ist Kacke“, aber es gibt noch etwas, das viel schlimmer ist, nämlich, wenn niemand weiß, dass es den Song gibt. Dafür kämpfen wir immer wieder. Wir erwarten nicht, dass jeder den Song liebt aber wir kämpfen dafür, dass der Song bekannt wird. So dass die Leute selbst entscheiden können. Das wird aber immer schwieriger. Du hast kaum noch die Möglichkeit flächendeckend an die Leute ranzukommen. Du musst ja teilweise schon für jedes Play im Radio auf einem Radio-Festival umsonst auftreten. Das kann man ja nicht machen.
Track 11: Gründe für den Split
OK: Wir waren nie eine Schülerband, aber uns gab es schon lange, bevor wir einen Plattenvertrag hatten. Da waren wir schon vier Jahre zusammen. Die erste Platte haben wir raus gebracht, als wir noch in der Schule oder in Ausbildung waren. Ein Jahr später hatten wir dann ein fettes Studio und saßen jeden Tag zusammen um die Promotion zu planen. Das war super und unglaublich aber es führte auch zu Spannungen zwischen uns. Letztendlich haben wir uns dann eines Tages in Brüssel dazu entschlossen, uns zu trennen. Im Nachhinein, war das super wichtig dort ein Punkt zu machen. Wenn das weitergegangen wäre, hätte wir erstens keinen Kontakt mehr gehabt und zweitens wären wir auch nicht mehr zusammengekommen. Das hat alles seine Zeit gedauert. Heiko und Markus sind dann auch nach Hamburg gezogen. Ein paar Jahre später, als gerade Spicecrackers entstand. Ich wohnte die erste Zeit bei Markus und natürlich haben wir da auch über Musik gesprochen. Man hat sich dann auch wieder genähert.
MM: Olli kam auch immer wieder ins Gespräch. Wenn man zum Beispiel gerade ein Drum-Riff programmiert hat, sagten wir „das müssen wir Olli zeigen, das wird ihm bestimmt gefallen“. So was kann man ja nicht ignorieren. Der Split in der Band war sicher auch eine sehr unprofessionelle Entscheidung. Rein, was das Business betrifft. Für uns war das aber nicht anders denkbar. Das ging nicht. Andere Bands hätten das vielleicht anders gelöst. Es gibt ja heute genug Bands, die nicht mehr gemeinsam ins Studio gehen, nicht mehr zusammen reisen und lauter so Scheiß. So was kam für uns nie in Frage. Die Band funktioniert mit den Mitgliedern – egal wer das jetzt ist – oder gar nicht.
Track 12: Neubeginn
MM: Nachdem Heiko auch wieder zurück nach Stuttgart gekommen ist, und wir in der jetzigen Konstellation wieder zusammengefunden haben, fingen wir auch wieder an, als Camouflage Musik zu machen. Es war aber natürlich schon etwas Anderes als Früher. Denn die Prozesse, in denen du steckst, wenn du nur Musik machst, sind natürlich ganz andere als die, in denen du steckst, wenn du nebenher, hauptberuflich in einer Plattenfirma arbeitest. Du legst ja einen Großteil deines kreativen Fokusses auf den Job. Seit ich nicht mehr bei einer Plattenfirma arbeite, konnte ich auch wieder diesen „Switch“ machen. Das ist eine sehr befriedigende und zauberhafte Welt für mich. Es ist sehr erfüllend. Erfüllender als alles, was ich jobmäßig sonst so bisher ausprobiert habe. Ich kann nur hoffen, dass die Musik das auch trägt. Also, dass ich auch davon leben kann.
Track 13: Zusammenkunft in Berlin
MM: Der erste in Berlin war ich. Ich bin im Jahr 2000 durch meinen Job dorthin gekommen. Als nächster kam Olli – auch über einen Job. Aufgrund von Camouflage und anderen persönlichen Entscheidungen kam letztes Jahr schließlich Heiko. Das hat in Bezug auf Relocated alles natürlich wahnsinnig vereinfacht. Das wäre in anderer Form gar nicht möglich gewesen. Vorher war Heiko in Stuttgart und wir hatten hier teilweise Wochenend-Sessions im Studio unseres Schlagzeugers. Das konnte natürlich keinesfalls so produktiv sein, wie wenn du eineinhalb Monate am Stück an verschiedenen Sachen arbeiten kannst. Der Druck bei ein, zwei Tagen am Wochenende ist auch einfach viel zu stark. Du kannst Dinge nicht einfach mal liegen lassen und wenn dann liegen sie dann gleich drei Wochen. Das ist natürlich untragbar.
Track 14: Albumtitel
OK: Wir wohnten ja schon mal gemeinsam in einer Stadt. In Stuttgart und auch in Hamburg. Jahre später führen uns unsere Wege wieder alle gemeinsam nach Berlin. Ich glaube, dass ist schon Grund genug ein Album so nennen zu können.
(gemeinsames lautes Lachen)
HM: Ick steh auf Berlin!
MM: Wir waren schon immer Freunde von Mehrdeutigkeiten. Allein der Name Camouflage steht ja auch für verschiedene Begriffe: Verdunklung, Verdeckung, Vertuschung, Maskerade. Genauso kann Sensor was organisches sein oder ein elektronisches Abtastgerät. So sehen wir auch Relocated, weil es für einen neuen räumlichen Zusammenhang steht, für Umziehen, Verändern. Wir haben eine neue Plattenfirma, eine neue musikalische Ausrichtung. Ich finde Sensor ist nach wie vor ein sehr gutes, rundes Album aber es ist uns ein bisschen zu düster. Mit diesem Album haben wir uns vorgenommen wieder mehr positive Farben rein zu nehmen. Das spielt alles in den Albumnamen rein. Aber die Priorität liegt auf dem räumlichen Aspekt. Relocated: Von einem Ort zum Anderen und dass wir jetzt eben alle hier in Berlin sind – was auch wichtig ist.
Track 15: Erste Single – Motif Sky
OK: Motif Sky habe ich 1990 geschrieben und aufgenommen. Als wir uns 1998 wieder getroffen haben, war Motif Sky einer der Titel den ich den anderen vorgespielt habe. Der hat sich eigentlich schon für Sensor angeboten, aber mit dem Ergebnis waren wir drei nie zufrieden. Es war von der Farbe nicht passend für Sensor. In Spanien hat mich Heiko mal angerufen – ich stand gerade am Strand – und er sagt „ey, hör mal, was ich gemacht hab!“ Er spielte mir dann was vor und plötzlich kommt die Vocal-Line von Motif Sky. Ich dachte mir „Wow, ist das geil!“ (lacht) Er hat also ein altes Sample raus gezogen und es neu arrangiert. Plötzlich bekam der Titel nach jahrelangem Dornröschenschlaf doch noch mal die Chance veröffentlich zu werden.
HM: Und es gab noch einige Metamorphosen, bis er dahin gekommen ist. Ich hatte viele Richtungen die ausprobiert und wieder verworfen wurden. Bis ich mich irgendwann hingesetzt habe, mir alle Version anhörte und dann anfing gnadenlos alles rauszuschmeißen, was dem Song nicht gut tat um ihn endlich auf den Punkt zu bringen. Aber das Lustige ist, dass das immer noch der Original Chorus-Gesang von Olli ist, den er 1990 aufgenommen hatte. Das ist schon echt geil.
OK: Das finde ich als Produzent auch hinsichtlich der Technik bemerkenswert. Leider ist es oft so, dass man Demos aufnimmt, die echt super sind, dann aber irgendwas nicht stimmt – meistens ist es der Text – und man die Aufnahme deshalb nicht verwenden kann. Im Studio bekommt man die Atmosphäre aber einfach nicht mehr hin. Bei Motif Sky war es auch so, dass wir für den Chorus viele gute neue Takes hatten aber irgendwie war der Spirit bei der alten Aufnahme echt cool. Der ist echt toll.
Track 16: Sound der neuen Platte
HM: Auch bei der Platte gab es anfangs wieder endlose Soundschraubereien, sie ist aber um einiges „unsoundiger“ als der Sensor geworden. Sensor ist wahnsinnig voll. Wir wollten diesmal lieber länger an den Songs arbeiten aber dafür die aufgenommenen Takes einfach mal stehen lassen und nicht alles noch mit tausend Sachen vollknallen. Es gibt natürlich schon Stellen auf dem Album, die sehr voll sind. Das Hauptaugenmerk war aber diesmal in erster Linie das Songwriting. Da das von uns dreien kommt, ist es natürlich eine Band-Sache.
Track 17: Tour
OK: Es wird auf jeden Fall relativ zügig nach dem Album eine Tour geben. Die genauen Daten stehen aber leider noch nicht fest. Es wird aber irgendwann im September/Oktober so weit sein. Zunächst betouren wir nur Deutschland und das nähere Ausland. Im Dezember geht es dann nach Osteuropa: Baltikum, Russland, Weißrussland, Ukraine. Dazwischen, im November spielen wir vereinzelte Shows in Istanbul, Polen und auf verschiedenen Festivals. Seit Jahren verschieben wir leider unsere Südamerika-Tour. Das war bisher immer schwierig, weil relativ wenig Geld da war. Wir sind zwar nicht wahnsinnig geldfixiert aber können auch nicht mit einem riesigen Minus ins Flugzeug steigen. Das muss schon einigermaßen finanziert sein. Daran hat es bisher immer gehapert. Bisher läuft es aber ganz gut an, deshalb hoffen wir, dass wir nächstes Jahr endlich nach Südamerika können, weil wir dort relativ viele Fans haben. Selbst in Peru, Argentinien, Chile, Brasilien auch Lima hatte schon immer eine Fanclub von uns. Das schon so ein bisschen ein Lebenstraum von uns.
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