Dra-Q -Der HipHop-Idealist-

Er ist schon lange kein Unbekannter mehr. Seit Mitte der 1990er Jahre dreht der Urberliner Dra-Q seine Kreise im nationalen Rapgeschäft – und landete im letzten Jahr als neuer Künstler beim dresdner Label NewDEF. Und als würdigen Einstand veröffentlichte der einstige Mc Donalds-Werberapper nun sein viertes Album mit dem bescheidenen Titel „Hoffnung“.
„Hoffnung ist der rote Faden, der sich erschließt, wenn man die Tracks des Albums hört. Jeder Mensch hat Hoffnung, sucht Hoffnung oder kennt das Gefühl, die Hoffnung zu verlieren“, erzählt Dra-Q über sein neues Album. Und es ist nicht schwer zu verstehen, welche musikalische Hoffnung der Urberliner auf sein 15 Tracks starkes Album gepackt hat, wenn man sich die HipHop-Kultur der Gegenwart anschaut. Die hat laut Dra-Q ein „starkes Imageproblem“ und sieht aus wie ein „bewaffneter Kindergarten“. Diese Hoffnung, dass es noch eine andere HipHop-Gegenwartskultur gibt, brachte ihn schließlich auch nach Dresden zum Label NewDEF, das eben „ein echtes HipHop- und nicht nur ein Raplabel ist“. Auf seinem vierten Album (Anm. d. Red.: Das Album erscheint in einer Basic- und einer Premiumversion), welches gleichzeitig sein erstes wirkliches Solo-Album ist, tummeln sich dabei viele ehemalige Weggefährten: „Viele der Leute, die an dem Album mitgearbeitet haben, kenne ich seit Ewigkeiten, Andere haben einfach ins Konzept gepasst“, erzählt Dra-Q. So finden sich unter den Produzenten Leute wie Joe Rilla, Djorkaeff oder Beatgees und auf der Featureliste MCs wie Sera Finale, Pyranja oder RA The Rugged Man. Am Ende ist ein Album entstanden, welches musikalisch „von Boom Bap bis Synthiebeats, von Party bis Melancholie, von Underground bis Pop“ reicht, und textlich vor allem eines ist: „Persönlich, ehrlich, offen“. Geld will Dra-Q dabei mit seinem ersten Solowerk nicht verdienen. Sein einziges Ziel ist es, „dass die Leute meine Musik auch wirklich hören“. Bleibt abzuwarten, ob sich sein Wunsch erfüllt. Zu gönnen wäre es ihm ja. Dem Mann, der den deutschen HipHop wieder auf den richtigen Kurs bringen will, und der von sich selbst sagt: „Ich bin einfach ein HipHop-Idealist“. (fs)
Dra-Q, Album „Hoffnung“ (NewDEF/Rough Trade),
www.deutschlandshoffnung.de
www.myspace.com/ostblokk www.newdef.de
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