Die Show muss weitergehen – Konstante Glanzlichter der Dresdner Rockmusik-Szene
Die Show muss weitergehen – Konstante Glanzlichter der Dresdner Rockmusik-Szene
In Dresden gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl von Bands. Aber nur wenige schaffen es, über einen längeren Zeitraum zusammenzubleiben und dabei erfolgreich zu sein. Wir stellen zwei der beständigsten Bands vor.
7ieben – Die Band mit den vielen Features
Ihre Rock-Attitüde lebt die Dresdner Band 7ieben nicht nur real, sondern auch virtuell exzessiv aus. Die Band ist einer der wenigen Konstanten der Dresdner Szene. Vor drei Jahren veröffentlichten sie mit „Rock | Show“ ein komplettes Album im Internet. „Nach unserem damaligen Recherche-Stand hatte das vor uns keine andere Rockband gemacht – auch die großen nicht“, sagt Sänger Christoph. In der Tat, den großen Netz-Hype, verursacht durch die Band Radiohead, gab es erst später. Mit ihrem neuen Album „Lupus & Lea“ gingen die Dresdner einen Schritt weiter und stellten auch das Booklet zum Durchblättern ins Internet.
Zumindest intern haben sich 7ieben mit „Lupus & Lea“ ein Konzeptalbum geschmiedet. „Die Band hat seit dem Song ’Graue Katze’ einen Katzenfimmel. Mit Lupus & Lea haben wir ein thematisch verwandtes Gegensatz-Paar geschaffen.“ Ein weiterer Grund für den Konzept-Gedanken sei es gewesen, textliche Begrenzungen zu sprengen. „Über den Fabelkontext bei Lupus & Lea war es einfacher für mich, Inhalte auf die Spitze zu treiben“, so Christoph.
Live setzen 7ieben neben Eingängigkeit, deutschen Texten und anspruchsvoller Rockmusik auf hitzig-witzige Show-Elemente. Ob als Freddie-Mercury-Klon in Vollleder-Montur oder als Hip Hopper in Baggy Pants – Sänger Christoph tut einiges, um die Band im Gedächtnis zu halten. „Wir sagen auch gern: 7ieben ist die Band mit den vielen Features.“ Auch die scheibchenweise Veröffentlichungen sprechen dafür: Nach der im Mai geplanten CD-Release wird im Herbst die erste DVD „Salamitaktik“ mit drei Musikvideos erscheinen.

www.7ieben.de/lupusundlea
[pi!] – Die finnischste Band Dresdens
Ist Helsinki auch weit weg – [pi!] aus Dresden bleiben der Flagge des skandinavischen Staates seit ihrer Gründung treu. „Wir kommen nicht aus Finnland“ sagen sie. „Das haben wir auch nie behauptet. Was jedoch richtig ist, ist, dass wir Finnen sind.“ Die Jungs nehmen sich selbst auf eine frische Art und Weise nicht so ernst und sagen über ihre alternative Rockmusik: „Den Harten sind sie zu bunt und den Hippies zu hart.“ Fakt ist, dass [pi!] seit 2004 aus der hiesigen Rockszene kaum mehr wegzudenken. Bis Sommer 2007, nachdem sie ihr zweites Album [ampivalence !] veröffentlicht hatten setzten „West“ am Schlagzeug, „Kreide“ am Bass und „der Finne“ an der Gitarre auf einen Mix aus stellenweise brachialem Rock und zarter Frauenstimme am Bühnenrand. Aber seit rund einem Jahr lassen die Jungs ihrem neuen Sänger Rany weitaus mehr Raum zur freien Entfaltung. Der Barde mit teils syrischen Wurzeln gilt inzwischen als einer der besten Stimmen der Stadt. Mit der neuen Schwerpunktsetzung klingt die noch immer ausgeklügelte [pi!]-Musik jetzt einen Tick aufgeräumter, was für die Branche ja keinesfalls schlecht ist.
Derzeit basteln die Jungs in Berlin an einer neuen CD, unter der musikalischen Schirmherrschaft der im letzten Jahr aufgelösten Band Knorkator. Die prominente Comedy-Rock-Truppe hatten [pi!] bereits zu Anfangszeiten für ein erstes Beschnuppern des Business mit auf Tour genommen und geben ihnen jetzt den letzten Studio-Schub für die Karriere.

www.finnenrock.de
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