Denn sie wissen was sie wollen – wir stellen zwei Bands vor, die besonders schnell zu ihrem Musik-Stil gefunden haben.
Big Dipper – Junge Musiker an den Wurzeln des Rock
Nach dem berühmtesten Sternenbild, dem Großen Wagen, haben sich Big Dipper aus Dresden benannt. Kein Wunder, denn mit ihrer abgespacten Musik greifen sie als noch sehr junge Band nach den Stars und Sternchen einer klassischen Musik-Ära, die weit zurückliegt. Klingt wie „ein warmer Sommerregen“, steht auf ihrer Myspace-Seite. Mit dieser Kurzinfo vermitteln Big Dipper aus Dresden bereits die Essenz ihrer Musik. Die drei talentierten Jungmusiker orientieren sich an der rockigen Blumenkinderzeit der 1960er Jahre. Der erst 21-jährige Sänger und Gitarrist Klaus Fischer klingt stimmlich wie waschechter Ami, der im Sachsenland gestrandet ist. Vor Gesangsgrößen wie Robert Plant, Leadsänger von Led Zeppelin, muss er sich nicht verstecken und auch die E-Gitarre bedient er bereits hochprofessionell. Maurizio Miksch (20) am Bass und der erst 19-jährige Schlagzeuger Tobias Ridder zelebrieren mit ihm klanglich das, was seit Jimi Hendrix & Co. nie an Anziehungskraft auf kreative Musiker verloren hat. Dazu gehören ausgefeilte Improvisationen und Songs, die den Dreieinhalb-Minuten-Rahmen heutiger Radiosender sprengen – teils über acht Minuten lange Lieder laden zum Schwelgen und Träumen ein, am besten draußen, auf der Wiese eines Open-Air-Festivals. Einen ersten akustischen Blick auf die musikalischen Qualitäten von Big Dipper ergattern kann man sich mit der aktuellen Scheibe namens „The Wild Beat Of My Heart“, bevor man zum empfehlenswerten Live-Erlebnis übergeht.
www.myspace.com/bigdipperdresden
Burning Motors – Dampfwalze des Stoner-Rock
Die „Brennenden Motoren“ aus Dresden setzen auf runtergestimmte Gitarren und einen dampfhämmernden aber wohldefinierten Stonerrock-Sound. Der quirlige Vierer um Sänger und Gitarrist Sven Weise ist seit einiger Zeit beim Hallenser Indie-Label „Boiling Records“ untergekommen und spielt sich fleißig die Finger wund. Angefangen hat alles in Sven’s elterlicher Gartenlaube. Nach einiger Zeit des Herumexperimentierens – „früher gab es mal ein Geige spielendes Bandmitglied“ – wurde der Song „Burning Motors“, gespielt von einer befreundeten Band, zum ersten Schritt in Richtung Gegenwart. Die Gitarren wurden kurzerhand heruntergestimmt, was für einen deutlich drückenden Sound sorgt. Svens kratziges Stimmorgan passt sich perfekt ein in die rockige Dampfwalze. Ihr Debüt gaben Burning Motors im Mai letzten Jahres mit der Scheibe „Crumble!“. Wenig später gewannen sie einen Bandwettbewerb im Dresdner Metal-Schuppen Skullcrusher. Vor zwei Jahren trafen sie bei einem Gig auf die schwedische Stoner-Rock-Legende Dozer, ihre damaligen Helden. „Wir haben viel von den Jungs gelernt, was Professionalität ausmacht“, sagt Sven. Seitdem sind die Burning Motors immer öfter in der Gegend unterwegs und spielten am ersten Juni ein Konzert in der Wiener Arena mit den Truckfighters und Mogwai. „On The Road“ zu sein – das soll weiterhin die rastlose Maxime des Quartetts bleiben. Wer sich von den Burning Motors zur BRN ordentlich einheizen lassen möchte, der komme entweder zum Konzert in den Alaunpark oder einen Tag später in den Lustgarten.