Museumssommer der Staatlichen Kunstsammlungen
Drei gewichtige Ausstellungen: „Verwandelte Götter“- antike Skulpturen aus dem Prado vom 20. Mai bis 27. September, „Carl Gustav Carus. Natur und Idee“ vom 26. Juni bis 20. September und „Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark“ vom 23. August 2009 bis 4. Januar 2010.
Sommerzeit ist nicht unbedingt Museumszeit. Doch in Dresden lohnt es sich in diesem Sommer besonders, die Staatlichen Kunstsammlungen zu besuchen, denn an drei attraktiven Orten werden einzigartige, gewichtige Sonderausstellungen gezeigt, die die schon an sich unermesslichen Kunstschätze der Museen noch bereichern.
Antike Schönheiten
Den Auftakt macht am 20. Mai die Ausstellung „Verwandelte Götter – Die antiken Skulpturen des Museo del Prado zu Gast in Dresden“. Erstmalig und voraussichtlich auch zum letzten Mal treffen in Dresden klassische Marmor-Schönheiten aus dem Prado auf die der Dresdner Skulpturensammlung. Auch der Ort ist eine Premiere: erstmals stellen die Staatlichen Kunstsammlungen im Japanischen Palais am Neustädter Elbufer aus. In diesem Barockschloss Augusts des Starken hat der von der Antiken Kunst begeisterte Gottfried Semper einige Räume gestaltet.
Die Dresdner Antiken hatten schon Goethe begeistert. Joachim Winckelmann verliebte sich so in die antiken Werke, dass er beschloss, in Italien weiter danach zu forschen und so zum Begründer der modernen Archäologie wurde. Die Statuen und Büsten aus dem Prado zählen zu den wertvollsten in Spanien. Die Ausstellung ist ein Muss nicht nur für Liebhaber antiker Kunst, sondern fü alle, die sich an menschlicher idealer Schönheit erfreuen.
Romantik und ganzheitliche Medizin
Die Verbindung von äußerer Schönheit mit inneren Werten und seelischer Gesundheit war ein Anliegen von Carl Gustav Carus (1789 – 1869). Er war das wahrscheinlich letzte große Universalgenie. Als Maler wirkte er im Umkreis von Caspar David Friedrich und Ludwig Richter. Als Naturphilosoph vertrat er –zusammen mit dem ebenfalls in Dresden wirkenden Novalis den „magischen Idealismus“ und schrieb mehrere Aufsätze und Bücher. Als Mediziner war er nicht nur königlicher Leibarzt und Mitbegründer einer Akademie, dem heutigen Dresdner Universitätsklinikum, sondern er widmete sich auch der Verbindung von Leib und Seele.
Er gilt gleichermaßen als wichtigster Vorgänger von Sigmund Freud, als auch als erster Vertreter der „ganzheitlichen Medizin“. Dennoch ist Carus weitgehend unbekannt.
Dies zu ändern ist Anliegen der zweiten großen Sommerausstellung „Carl Gustav Carus. Natur und Idee.“. Gleich an zwei Orten, dem Residenzschloss und dem Semperbau am Zwinger werden das Wirken und die Wirkung von Carus vorgestellt: mit 250 Gemälden und Zeichnungen von Carus, Dokumenten, Objekten und Kunstwerken seiner Zeitgenossen.
Sachsen und Dänemark
1709 feierte August der Starke den Besuch des dänischen Königs Frederik IV. mit einem glanzvollen Fest in Dresden, das in die Geschichtsbücher einging. Höhepunkt langer Beziehungen zwischen den sächsischen und dänischen Herrscherhaus.
Hochzeits- und Repräsentationsgeschenke, Kunstwerke, aber auch die Musik des Dresdner Hofkapellmeisters Heinrich Schütz, der den Dreißigjährigen Krieg dank der politischen Beziehungen im sicheren Kopenhagen überlebte, zeigen dies. Im 19. Jh. wurden diese Beziehungen übrigens weiter geführt. Hans Christian Andersen (1805–1875) hielt sich in Dresden 32 Mal auf und beschrieb auch die Sächsische Schweiz in einem Buch. Der dänische Schriftsteller Martin Andersen Nexø (Nexö) (1869 - 1954) verbrachte seinen Lebensabend ebenfalls in Dresden.
„Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark – Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst (1548-1709)“ heißt die Ausstellung, die die Blütezeit der kulturellen und politischen Beziehung in rund 260 erlesenen Exponaten anschaulich macht. Sie wird vom 24. August 2009 bis 4. Januar 2010 im Residenzschloss in Dresden gezeigt.
Weitere Infos:
Redaktion DD-INside.com
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