Jede Stimme zählt!
Es gibt ein paar Dinge die ein Rapper (zumindest theoretisch) haben sollte, wenn er etwas Erfolg haben will statt nur im Keller für seine Homies zu reimen. Gute Beats?- macht Sinn, ein gewisser Flow?- ist auch nicht schlecht. Aber an erster Stelle kommt dann doch ganz banal seine Stimme. Es gibt zwar genügend mehr oder weniger ambitionierte Rapkünstler die trotz ihrer völlig unspektakulären Stimme Erfolg haben (Namen werden in diesem Zusammenhang nicht genannt! Puffy, Jay Z, Cam`Ron…), die sind uns jetzt aber egal. Stimmen sind immer auch Geschmackssache, über einige kann man jedoch einfach nicht zanken. Jeder weiß, dass Snoop die entspannteste Stimme der Welt hat, doch es gibt noch ein paar ganz andere Kaliber im wunderschönen Rapzirkus. Von daher ist diese kleine Geschichte denen gewidmet, die mit ihrer Stimme einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass sie unbedingt gehört werden sollten.
Über Eazy E haben wir ja schon berichtet. Seine Stimme, die irgendwo zwischen Steve Örkel und Kermit in der Pubertät liegt, ist nach wie vor ein absolutes Highlight. Einfach mal sein Album „Eazy Duz It“ anhören und alles ist gesagt. Quasi fast das Gegenteil stellt die tiefe raue Stimme von DMX dar. Zugegeben ein gute Stimme, aber auch DMX klingt irgendwie nur „OK“ wenn man vorher NINE gehört hat. Die Stimme von NINE ist definitiv nicht für kleine Kinder geeignet- aber für Rap umso mehr. Wenn eine Stimme noch tiefer und düsterer wäre, würde sie wahrscheinlich aus dem menschlichen Hörbereich herausfallen. Wer sich das Album „Cloud 9“ reinzieht, trifft gleichzeitig auf eine der besten Stimmenkombination aller Zeiten. Auf „Make or Take“ featured NINE seinen Kollegen SMOOTH DA HUSTLER (Nexxt Level). Smooth hat die Ehre den Track zu eröffnen und man denkt sich schon bei ihm – krass Alter-, mit dem Einsetzen von NINE ist dann aber endgültig Game Over. Wer diesen Track nicht kennt, sollte ihn unbedingt kennen lernen! Eine andere Stimme mit Suchtgefahr kommt aus dem Mund von KEITH MURRAY. Leider hatte er in letzter Zeit immer wieder leichte Probleme mit dem Gesetz und irgendwie auch Pech mit seinen Produzenten, aber auf „Enigma“ bewies er was er drauf hat! Keiths Stimme geht direkt ins Gehirn und bleibt d auch sofort drin. Neben „Get Lifted“ (Enigma) sollte man sich „Pay Ya Dues“ (auf Frankie Cutlass: „Politics+Bullshit“) reinpfeifen um den Keith-Effekt zu bekommen. Eine ähnlich Wirkung hat (bzw. leider hatte) die Stimme von BIG L. Wenn man BIG L hört vermutet man eigentlich eher ein LITTLE L, da Stimme so „sticky“ ist. Kaum ein anderer Rapper bringt hinter seine Stimme so viel Druck wie L (maximal noch Ghostface). Dadurch ist auch jeder Track von ihm ein Highlight.
Wenn man sich die Endprodukte einer der musikalisch anspruchvollsten Battles der letzten Jahre anhört, kommt man auch gleich in den Genuss einer Hammer Stimmen Battle. Die Rede ist von „2nd Round K.O.“ (Canibus) und „Can I Bus“ von LL Cool J. Sicherlich ist die stimmliche Lage der neueren LL Tracks eher ein Weichspüler, aber wenn Cool Jochen sauer ist, hört man das auch. Der Gegensatz von der rauen Canibus Stimme zu der äußerst aggressiven hohen Stimme von LL ist der Knaller. Also am besten beide Tracks direkt nacheinander hören („2nd Round K.O.“ war der Opener). Canibus ist seit diesem Zank zwar kaum noch in Erscheinung getreten, dennoch müssen wir ihm danken, das er LLs „alte“ Stimme („Mama said knock U out“, „Radio“ etc.) rausgekitzelt hat.
Letztendlich gibt es unzählige gute Stimmen und jeder hat so seine Favoriten. Aber die oben stehenden Jungs muss man wirklich nur einmal hören und kennt sie dann für immer!
- WGTA-