Yo, auf jeden Alter…….
Es scheint, als würde ohne Hip Hop und Rap gar nichts mehr gehen. In der Werbung wird der Schoko- Vanille Joghurt nicht mehr gegessen sondern angerappt, die Kids aus der Oberschicht beherrschen den Ghettoslang besser als jeder Gangster aus der Bronx und das Bild auf den Straßen ist durch übergroße Hosen und T- Shirts geprägt. Irgendwo wirkt das alles logisch, denn Rapper sind cool, haben teuren Schmuck, teure Autos und die schönsten Frauen der Welt. Die oft vorgespielte Dekadenz der Hip Hop Helden des 21. Jahrhunderts hat dabei nur noch wenig mit den Ursprüngen der Musik zu tun. Die Hip Hop Bewegung war vor einigen Jahren kein Tanzschritt den man in einem Detlef D Soost Tanzstudio erlernen kann, sondern vielmehr ein Ausdrucksmittel der vernachlässigten schwarzen amerikanischen Jugend.
Dass mit den Sklaven auch der Rhythmus aus Afrika gestohlen und nach Amerika gebracht wurde wissen wir, aber dass ein Jamaikaner als „Erfinder“ des Hip Hop gilt ist weniger bekannt. Ein Mann, welcher sich selbst DJ KOOL HERC nannte, war in den frühen 1970`ern einer der aktivsten DJ´s in New York. Da das New Yorker Publikum damals relativ wenig mit dem aus Jamaika mitgebrachten Reggea Sound anfangen konnte und KOOL HERC dieses auch spürte, begann er seinen Sound mit Funk und sogar Rock zu mixen. Das Prinzip von einem Mixer zwischen zwei Plattenspielern stellte dabei die Vorraussetzung dar. Um einen pulsierenden Beat zu erzeugen, wurde gescratcht und gemixt was die Fingerkuppen hergaben. Die Vocals waren zuerst noch die der jeweiligen Reggea oder Funk Platten. Doch während KOOL HERC fleißig das schwarze Gold mixte, halfen ihm bald seine Jungs Coke La Rock und Clark Kent (nein nicht der Superman) aus, indem sie improvisierten und über ein Mikrofon doch eher banale Phrasen im Stile von „… one two three ya`ll together to the beat…“ zusteuerten.
Die MC`s (Master of Ceremonies oder später Mic Checker) waren damals noch die Nebendarsteller und dienten nur zu Unterhaltung des Publikums, während der DJ der gefeierte Held war. Diese Form der Unterhaltung gewann im Zuge unzähliger so genannter „BLOCK PARTIES“ in den New Yorker Ghettos zunehmend viele Anhänger. Die Kombination aus DJ und MC wurde ein Garant für eine gute Party. Ende der siebziger erschienen mit "King Tim III" von der Fatback Band und und „ Rapper`s Delight“ von der Sugarhill Gang die ersten Hip Hop Platten. Die Fatback Band war zu der zeit bereits eine feste Größe in der Funk- Szene, aber die Sugarhill Gang schaffte den Einzug in die Top 40 der amerikanischen Billboard Charts.
Der Weg für Hip Hop Musik auf einer breiten Ebene wurde somit geebnet. Kurtis Blow („The Breaks“) und Grandmaster Flash and the Furious Five (“Freedom”, “The Message”) schufen weitere Meilensteine in der Hip Hop Geschichte und brachten sozialkritische Texte in musikalische Form. Der europäischen Bevölkerung wurde der Hip Hop Gedanke vor allem durch den ZDF Co- produzierten Film „WILDSTYLE“ und den wohl unbestrittenen Klassiker „BEATSTREET“ näher gebracht.