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INTERVIEWS

19.01.08 Alter Schlachthof - Im Interview: Roman Villa (Interflug Booking)

Am 19.01. ist es soweit. Interflug Booking startet mit Movement Feelings 08 das Electro-Partyjahr 2008 im Alten Schlachthof in Dresden. Der Headliner an diesem Abend: Kein geringerer, als LEN FAKI auch bekannt unter unter seinem langjährigen Pseudonym „lamonde“.

Er bewegt sich seit Jahren als Produzent mit grossem Erfolg im Bereich der elektronischen Musik. An seiner Seite findet Ihr Nirko Loko (Lazy Fat People, CH) & Roman Villa (Interflug Booking). Roman kommt ursprünglich aus Dresden, was uns die Möglichkeit gab mit Ihm ein Interview zu führen.

19.01.08 / Movement Feelings im Clubfloor des Alten Schlachthof. Was
werden wir erleben?


Es wird eine absolut tanzbare Veranstaltung in einer für mich optimalen Location geben. Begonnen wird die Nacht mit einem elektronisch leichten Start zum Warmwerden und, so wie ich Len kenne, mit einem hochwertigen Technolectro-Set enden. Dazu wird es eine passende Videoperformance von Shiftpitcher geben. Der Event wird im kleinen Saal, dem durch uns so getauften „Clubfloor“ stattfinden, um den Besuchern ein optimales Clubfeeling zu vermitteln. Es ist eben Mal eine andere Location für solche Events als üblich in Dresden. Und außerdem gibts ausreichend saubere Toiletten. :)

Für alle Nichtwissenden…
Wer sind Len Faki, Mirko Loko & Roman Villa?

Len Faki und Mirko Loko, zwei Helden für mich, die seit Jahren ihren Weg machen und das sehr erfolgreich. Len führt die Residency in den Berliner Clubs „Berghain“ und „Panoramabar“ und arbeitet außerdem als Chef der Labels LenSeries-Figure & Podium. Seine Vinyls sind unverkennbar und jeder, der seine Tracks kennt, weiß, dass seine Sets ohne Ende schieben können. Man kann gar nicht anders, als sich zu bewegen oder zu tanzen.

Mirko ist ResidentDJ im Loft Electroclub Lausanne und Weggefährte der Chilenen und Superstars Luciano und Ricardo Villalobos. Zusammen mit Raphaël Ripperton bildet er das Duo Lazy Fat People. SeineTracks, die mich persönlich wahnsinnig begeistert haben, wurden auf den Labels Wagon Repair von Mathew Jonson, Planet E von Carl Craig und auf Border Community von James Holden veröffentlicht. Ich denke, das sagt schon einiges über seine Qualitäten als Producer aus.

Zu meiner Person ist zu sagen, dass Dresden zwar meine Heimat ist, aber dass mich Auftritte leider nie hierher geführt haben. Dresden ist seit Jahren house-geprägt und somit fallen Techno- und Elektropartys immmer in eine Nische, was ich sehr schade finde. Auch ich habe früher wahnsinnig viele House-Vinyls gekauft aber habe mich in den Jahren stylisch komplett verändert. Ich finde, dass die Crowd bei Techno- oder Electroevents einfach besser nach vorne geht, ebenso wie die Musik selbst und ich hoffe, dass ich am 19. Januar nicht nur bekannte Gesichter sehe.

Du bist eigentlich „nebenberuflich“ im Auftrag der Tanzmission unterwegs, kannst aber auf grössere Touren / Gigs zurückblicken. Was waren bisher Deine persönlichen Highlights?

So genau kann ich mich da gar nicht festlegen, grundsätzlich ist der Ablauf in Westeuropa eingeschliffener und besser. Das heißt, es klappt meistens alles, angefangen vom Bookingvertrag über die Hotelbuchung bis zur Technik im Club. Da hat man in Osteuropa oder auch Südamerika schon so seine Problemchen, gerade, wenn man sich außer mit deutsch nur mit nem mittelmäßigen englisch verständigen kann. Trotzdem muss ich sagen, dass vom Feeling her die Gigs in Belgrad und Santiago de Chile die schönsten in 2007 waren. Wenn die Crowd einem durch ihr Tanzen und ihr Geschrei eine Gänsehaut zaubert, dann hat das schon was ganz Besonderes.

In Südamerika tourt nicht jeder. Du warst mit deinem Label auf Promotour z.b. in den Clubs von Bogotá, Medellin oder Rio. Samba hast du ja bestimmt nicht aufgelegt.. Was hast du für Eindrücke der Südamerikanischen Partykultur mit heimgebracht?

Der grösste Unterschied ist erstmal, dass dort wirklich jeder Tag wie der  andere ist, was Partys angeht. Dort ist es gleich ob Montag, Mittwoch oder Wochenende, die Clubs sind immer gut gefüllt und es macht wirklich Spass, dabei zu sein. Außerdem muss ich sagen, dass die Residents in Südamerica wirklich super Sets auflegen und dass von dort demnächst eine Welle von Newcomern kommen wird. Alejandro Vivanco und Paulo Olárte sind z.B. DJ´s über die man sicher in einem Jahr noch viel mehr schreiben wird, als dies momentan der Fall ist.

Du hast das Label Stones & Water Music gegründet. Welchen Zusammen-
hang gibt es zwischen Stones, Water & Music?

Der Gedanke kam daher, dass wir von Interflug-Booking unseren Musikgeschmack und den Style, den wir spielen einfach mal verbildlicht
haben. In diesem Bild stehen die Steine für die hämmernden oder klickernden Beats und das Wasser für die fließenden melodischen Flächen, die, wie ich finde, einfach sein müssen. Ich war noch nie ein Fan von Schranz oder Hardtechno. Und das Ganze bezogen auf unsere Musik. So ist der Name quasi entstanden.

Auf deiner Myspace-Seite findet man futuristisch klingende Soundrich-
tungen wie „Superelectronica, Flächenbeats, Hypnotischer TekHouse“ Für
alle ohne Synonymwörterbuch heißt das?

**LACHT** Ja, Superelectronica ist für mich einfach das Gesamtpaket der elektronischen Musik, die ich liebe und spiele. Es gibt inzwischen ja derart viele Richtungen, dass man seinen Style schon gar nicht mehr einordnen kann. So habe ich mir meine eigene umfassende Richtung geschaffen. Flächenbeats und Hypnotic TekHouse ist die Schiene, die momentan aus Israel kommt und mir wahnsinnig imponiert. Ob Chaim, Deep´a & Vek, Guy J oder Guy Gerber mit seinen vielen Projekten, es passt einfach jede Vinyl in mein Raster und die DJ´s selbst bezeichnen ihren Style so, wenn man auf gemeinsamen Gigs mit ihnen ins Gespräch kommt.

Du hast unter dem Label Interflug-Booking mehrere Scheiben veröffentli-
cht. Den Namen her zu urteilen erzählt jeder Track eine Story?

Veröffentlicht wurden sie leider nicht, zum damaligen Zeitpunkt kannte ich einfach noch zu wenig Leute in der Branche, deswegen wurden an die 200 Exemplare von jeder Vinyl als Promo an bekannte und befreundete DJ´s  gegeben und was die Story zu jedem Track angeht, Geschichte erzählen  wäre übertrieben, ich benenne die Tracks einfach nach den Impressionen, die ich sehe oder fühle, wenn mir bestimmte Melodien oder Drums durch den Kopf schwirren. Beim Track „Alpenglühen“ saß ich z.B. in einem  Liegestuhl zum Sonnenuntergang am Matterhorn in der Schweiz. So  entstehen dann die Tracktitel. :)

Wie kommt man auf den Namen Interflug Booking? Meine erste Über-
legung war: Sound bei dem man abhebt wie ein Flugzeug, hoch in die
Freiheit?

Das war 2002 das Erste, wo wir alle einer Meinung waren. Ich hatte damals ein Album von Trike auf BpitchControl gekauft und das nannte sich Interflug. Die Tracks gefielen uns so gut, dass wir dann diesen Namen für die Agentur verwendet haben. Zukünftig wird Interflug-Booking sich aber ausschließlich mit DJ-Booking und Tourplanung befassen.

Das neue Jahr hat gerade begonnen. Was sind die Pläne von Stones & Water für das Jahr 2008?

Natürlich erstmal unser Januarevent so über die Bühne zu bringen, dass sich viele auch noch in ein paar Monaten positiv daran erinnern werden. Dann arbeiten wir momentan an einer Partnerschaft mit Coincidence Records aus Belgien. Außerdem sind für 2008 Gigs in Asien, speziell in Südkorea und Japan geplant, ebenso wie auch im Mexico und natürlich Europa. Zum Ende des Jahres, am 6. Dezember wird es dann wieder ein Stones & Water Event in Dresden geben.

19.01.08 Alter Schlachthof - Moovement Feelings 08
Len Faki | Mirko Loko - Roman Villa - www.interflug-booking.com

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