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Party
- Name:
20 Jahre Herbst- & Weinfest
- Ort:
- Radebeul
- Datum:
25.09.2010
- Uhrzeit:
17:00 Uhr
- Web:
- www.weinfest-radebeul.de
- Tickets:
- Hier Tickets kaufen
- Galerien:
- aus dieser Location
-
Zwischen Kirchturm und Riesenrad oder wie alles begann
Wenn die Touristen heute über den Dorfanger von Altkötzschenbroda flanieren, sich an den frisch sanierten Gebäuden, verführerisch einladenden Kaffeestuben oder Biergärten erfreuen, können sie sich nur schwer vorstellen, welchen Anblick dieser belebte Ort vor 20 Jahren bot: Graue Fassaden, daumendicke Risse in den Wänden, die "Plumpsklos" übern Hof …
Doch in der unmittelbaren Nachwendezeit wurde plötzlich unmöglich Geglaubtes möglich und der Phantasie wuchsen Flügel. Beseelt von der Idee, in Altkötzschenbroda mit den Anwohnern ein großes Fest zu feiern, zogen wir - zwei Mädels aus dem Kulturamt - von Hof zu Hof. Zurückhaltung und Skepsis schlugen uns entgegen, denn an Versprechungen glaubte hier schon lange keiner mehr. Vor 20 Jahren waren in Altkötzschenbroda nicht nur die Häuser kaputt. Kaputt war auch die Zuversicht der Menschen. Einstige Bräuche und Festtraditionen waren in Vergessenheit geraten. Selbst die Schausteller mussten überredet werden, damit sie ihre Fahrgeschäfte nach langer Pause in Altkötzschenbroda wieder auf die Festwiese stellten und auch die Winzer ließen sich recht lange bitten.
Schließlich sprang der Funke über und immer mehr Menschen waren bereit, an einer Art Straßenfest mitzuwirken. Zahlreiche Höfe öffneten sich und gaben ihre Geheimnisse preis. Der erste Keller (unter der heutigen "Alten Apotheke") wurde beräumt und in das Festgeschehen als "Schwarzes Weintonne" einbezogen. Das Programm war wild gemischt und reichte von Mini-Play-Back-Show über Handwerkermarkt und Satzgesang bei Biokost bis zur Kunstinstallation. Einige Rituale wie Festumzug, Weinfassanstich und Festgottesdienst haben sich bis heute gehalten. Die Gastfreundschaft der Anwohner war überwältigend. Und das morbide Ambiente des abrissbedrohten Dorfangers bildete eine reizvolle Festkulisse. Über 10.000 Besucher strömten am letzten Septemberwochenende im Jahr 1991 zum ersten "Radebeuler Herbst- und Weinfest" nach Altkötzschenbroda, was die kühnsten Erwartungen der Organisatoren bei Weitem übertraf. Für drei Tage zeigte der Ort, was für ein Leben in ihm steckt und das zarte Pflänzchen Hoffnung keimte auf. Die Zeitrechnung ging fortan von Fest zu Fest und in jedem Jahr gab es Neues zu entdecken. Bereits 1993 konnte das erste sanierte Gebäude - das Auszugshaus von Altkötzschenbroda 21 - (die heutige Heimatstube) unter berührender Anteilnahme übergeben werden. Im Jahr darauf wurde Altkötzschenbroda zum Sanierungsgebiet erklärt und danach ging es Schlag auf Schlag. Das Herbst- und Weinfest erhielt 1996 mit dem Internationalen Wandertheaterfestival einen neuen inhaltlichen Akzent.
Und wenn wir nun mit unserem Probierglas auf das 20. Herbst- und Weinfest anstoßen, sollten wir ein wenig innehalten, das darauf befindliche Weinfestlogo von Frank Hruschka einmal genauer in Augenschein nehmen und darüber sinnieren, weshalb Kirchturm und Riesenrad, die eng aneinander geschmiegten Bauernhöfe schützend säumen und sich heiter beschwingt voreinander respektvoll verneigen.
Cornelia Bielig, bis heute Organisationsleiterin des Herbst- und Weinfestes
Karin Gerhardt, seit 1984 Leiterin der Stadtgalerie, 1991 auch für Stadtteilkultur zuständig Kategorie: Party Tweet
Wenn die Touristen heute über den Dorfanger von Altkötzschenbroda flanieren, sich an den frisch sanierten Gebäuden, verführerisch einladenden Kaffeestuben oder Biergärten erfreuen, können sie sich nur schwer vorstellen, welchen Anblick dieser belebte Ort vor 20 Jahren bot: Graue Fassaden, daumendicke Risse in den Wänden, die "Plumpsklos" übern Hof …
Doch in der unmittelbaren Nachwendezeit wurde plötzlich unmöglich Geglaubtes möglich und der Phantasie wuchsen Flügel. Beseelt von der Idee, in Altkötzschenbroda mit den Anwohnern ein großes Fest zu feiern, zogen wir - zwei Mädels aus dem Kulturamt - von Hof zu Hof. Zurückhaltung und Skepsis schlugen uns entgegen, denn an Versprechungen glaubte hier schon lange keiner mehr. Vor 20 Jahren waren in Altkötzschenbroda nicht nur die Häuser kaputt. Kaputt war auch die Zuversicht der Menschen. Einstige Bräuche und Festtraditionen waren in Vergessenheit geraten. Selbst die Schausteller mussten überredet werden, damit sie ihre Fahrgeschäfte nach langer Pause in Altkötzschenbroda wieder auf die Festwiese stellten und auch die Winzer ließen sich recht lange bitten.
Schließlich sprang der Funke über und immer mehr Menschen waren bereit, an einer Art Straßenfest mitzuwirken. Zahlreiche Höfe öffneten sich und gaben ihre Geheimnisse preis. Der erste Keller (unter der heutigen "Alten Apotheke") wurde beräumt und in das Festgeschehen als "Schwarzes Weintonne" einbezogen. Das Programm war wild gemischt und reichte von Mini-Play-Back-Show über Handwerkermarkt und Satzgesang bei Biokost bis zur Kunstinstallation. Einige Rituale wie Festumzug, Weinfassanstich und Festgottesdienst haben sich bis heute gehalten. Die Gastfreundschaft der Anwohner war überwältigend. Und das morbide Ambiente des abrissbedrohten Dorfangers bildete eine reizvolle Festkulisse. Über 10.000 Besucher strömten am letzten Septemberwochenende im Jahr 1991 zum ersten "Radebeuler Herbst- und Weinfest" nach Altkötzschenbroda, was die kühnsten Erwartungen der Organisatoren bei Weitem übertraf. Für drei Tage zeigte der Ort, was für ein Leben in ihm steckt und das zarte Pflänzchen Hoffnung keimte auf. Die Zeitrechnung ging fortan von Fest zu Fest und in jedem Jahr gab es Neues zu entdecken. Bereits 1993 konnte das erste sanierte Gebäude - das Auszugshaus von Altkötzschenbroda 21 - (die heutige Heimatstube) unter berührender Anteilnahme übergeben werden. Im Jahr darauf wurde Altkötzschenbroda zum Sanierungsgebiet erklärt und danach ging es Schlag auf Schlag. Das Herbst- und Weinfest erhielt 1996 mit dem Internationalen Wandertheaterfestival einen neuen inhaltlichen Akzent.
Und wenn wir nun mit unserem Probierglas auf das 20. Herbst- und Weinfest anstoßen, sollten wir ein wenig innehalten, das darauf befindliche Weinfestlogo von Frank Hruschka einmal genauer in Augenschein nehmen und darüber sinnieren, weshalb Kirchturm und Riesenrad, die eng aneinander geschmiegten Bauernhöfe schützend säumen und sich heiter beschwingt voreinander respektvoll verneigen.
Cornelia Bielig, bis heute Organisationsleiterin des Herbst- und Weinfestes
Karin Gerhardt, seit 1984 Leiterin der Stadtgalerie, 1991 auch für Stadtteilkultur zuständig Kategorie: Party Tweet
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- Radebeul
- Adresse:
01445 Radebeul
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