Der Eingangschor – „O Fortuna, wie der Mond bist du veränderlich“ – schildert das scheinbar so unerbittliche Rollen des Schicksalsrades, das die Menschen einmal emporhebt und sie dann wieder herabfallen läßt. Der Ausklang wirkt aufrüttelnd: „Darum in dieser Stunde ohne Säumen rührt die Saiten; da? durch das Geschick der Starke fällt, das beklagt alle mit mir!“
Im ersten Teil – Pars prima: Veris leta facies – werden Macht und Schönheit des Frühlings besungen. Die Sonne hat den Winter vertrieben. Flora, die Blütengöttin, erweckt die Natur zu neuem Leben. Auch die Liebe erwacht (Bariton-Solo), Lebensfreude tut sich allenthalben kund (Chor) und treibt förmlich zum Tanz. Bang erwarten die Mädchen den Liebsten, doch „Der ritt von hinnen“. So mss der Krämer helfen, den Mädchen mit Rötel die Wangen zu färben, denn welches Mädchen möchte im Frühling ohne Liebsten sein? Verlockend klingt das „Komm, Geselle mein“, der Geselle wiederum begehrt: „Sü?er, rosenfarbener Mund, komm und mache mich gesund“. Mit dem begeisterten Ausruf „Wäre die Welt alle mein...“ schließt der erste Teil.
In einer Schenke ist der zweite Teil – Pars altera: In taberna – angesiedelt. Mitten in einer Schar wilder Zecher äu?ert einer (Bariton-Solo) seine Wut über die Spie?er und feiert
schließlich die Liebesgöttin Venus als die „Verächterin feiger Krämerseelen“. Ein gebratener Schwan (Tenor-Solo) stimmt sein Klagelied an: „Einst war ich auf dem See daheim“, jetzt aber bin ich „ganz schwarz und angebrannt, und dreht der Koch mich hin und her, Herdfeuer brennt mich fürchterlich“. Die Stimmung erreicht den Höhepunkt, als einer der Zecher sich als Abt des (erfundenen) Klosters Kuckucksmünster präsentiert und eine außerordentlich weltliche Predigt hält (Bariton-Solo). In einer ausgelassenen Huldigung an Bacchus, den Gott der Trinker, endet der zweite Teil.
Im dritten Teil – Pars tertia: Amor volat undique – erklingt das Hohelied der Liebe. „Amor flattert überall“ (Sopran-Solo) zeichnet die Grundtendenz vor. Liebesleid (Bariton) und Liebeslust wechseln einander ab. Nicht ausgespart bleibt die Schilderung des sehnsüchtig schmachtenden, dann aber begehrlichen und ungeduldigen Zueinanderfindens: „Herrlich sind die Tage, kommt, Mädel, kommt! Teilet unsere Freuden, kommt, Burschen, kommt!“ Die Liebe schlägt über den Burschen und Mädchen zusammen: „Oh, oh, ganz bin ich erblüht, und von einer jungen Liebe bin ich ganz entbrannt“. Einen gro?artigen Abschluss erfährt der dritte Teil mit dem allgemeinen Lobpreis der Frau Venus Generosa.
Sein triumphales Finale findet das Werk mit der Wiederholung des Eingangschores „O Fortuna“.
Musikverlag: Schott Musik International Mainz
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