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Kultur
  • Name:
  • Don Carlos

  • Ort:
  • Staatsschauspiel Schauspielhaus
  • Datum:
  • 06.01.2012

  • Uhrzeit:
  • 19:00 Uhr

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Don Carlos
Don Carlos
Wenn heute Väter mit ihren Söhnen im Klinsch liegen, werden diese Konflikte in der Regel in den eigenen vier Wänden ausgetragen. Bei Schiller bestimmt der Vater-Sohn-Konflikt jedoch gleich die politische Ordnung des Staates. Philipp II. - König von Spanien - hat Elisabeth de Valois - die Verlobte seines Sohnes Carlos zur Frau genommen. Da das familiäre Misstrauen bereits getrübt ist, arrangiert Carlos engster Freund, der Marquis von Posa, ihm ein heimliches Treffen mit seiner Stiefmutter. Elisabeth, die rein aus ihrem Pflicht- und Verantwortungsgefühl gegenüber dem spanischen Volk handelt und denkt, ist über Carlos ungestümes Werben um sie entsetzt. Carlos täte besser daran, seine Liebe dem Vaterland zu widmen. Das Gefühlskarussell beginnt sich zu drehen, als Carlos einen Liebesbrief von Prinzessin Eboli erhält. Carlos vermutet jedoch fälschlicherweise Elisabeth als die Verfasserin. Als der Irrtum auffliegt fühlt sich Eboli um ihre Gefühle betrogen und beschließt Rache am Königssohn, sowie der neuen Königin zu nehmen. Der Herzog von Alba - ein Konkurrent von Carlos - nutzt Ebolis Vorhaben zum Durchsetzen des eigenen Machtstrebens. Schnell entwickelt sich aus einer anfänglich privaten Intrige ein staatspolitisches Debakel, das alle Beteiligten mit in den Untergang reißt. Stärker noch als in seinen Räubern oder in Kabale und Liebe hat hier Schiller den Generationenkonflikt als zentrales Dramen-Motiv ausgestaltet. Alle Figuren befinden sich dabei im Spannungsverhältnis zwischen ihren persönlichen Gefühlen und der Staatspflicht. Obgleich Schiller mit diesem Grenzwerk zwischen Sturm und Drang und Weimarer Klassik ein Historien-Drama auf die Bühne gebracht hat, haben bis heute die darin ausformulierten Ideale an Gültigkeit nicht eingebüßt. Eine der prominentesten Szenen markiert gleichzeitig den Mittelpunkt des Dramas, als der Marquis von Posa vom König die berühmt gewordene Gedankenfreiheit einfordert. Wie das Streben nach Freiheit die Figuren lenkt, wird auch in Roger Vontobels Inszenierung des Theaterklassikers durchexerziert. Nach Franz Wille wird hier ein politisches Psychogramm der Gegenwart entworfen, welches einen Endspiel selbstbewusst handelnder Egoisten zeigt, dessen Regeln das Handeln und Scheitern der Figuren zeitnah und plausibel erscheinen lässt. Vontobels Lesart sorgte dafür, dass die Inszenierung zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen wurde.
Kategorie: Kultur
ADRESSE
  • Staatsschauspiel Schauspielhaus
  • Adresse:
  • Ostraallee
    01067 Dresden
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