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Frauenkirche Dresden

Allgemeines

Die evangelisch-lutherische Frauenkirche ist eines der Wahrzeichen Dresdens. Der barocke Sakralbau zählt zu den architektonisch interessantesten Kirchen seiner Zeit in Europa und ist neben dem Straßburger Münster das größte Sandsteingebäude der Welt.

Geschichte

Die Frauenkirche wurde zwischen 1726 und 1743 nach einem Entwurf des Baumeisters George Bähr auf dem Neumarkt errichtet. Dort stand bereits im 11. Jh. eine kleine romanische Kirche, die im Mittelalter mehrfach umgebaut wurde, aber ab dem 18. Jh. für die wachsende Zahl der Gottesdienstbesucher zu klein wurde. Deshalb beschloss der Dresdner Stadtrat 1722 den Bau einer größeren Kirche, und vier Jahre später waren alle Planungen unter Dach und Fach, sodass man mit dem Bau beginnen konnte. Im Jahr 1743 war die bedeutendste protestantische Barockkirche Deutschlands schließlich vollendet. Sie war insgesamt 91,23 Meter hoch, 41,96 Meter breit und 50 Meter lang und wurde bis zu ihrer Zerstörung in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 als Pfarr-und Gemeindekirche genutzt.

Geschichte ab 1945

 

Die Frauenkirche brannte völlig aus und sollte die nächsten fünfzig Jahre als Mahnmal gegen den Krieg so stehenbleiben. Dennoch setzen sich unmittelbar nach Kriegsende die ersten Stadtverordneten für einen Wiederaufbau ein. Ab 1947 wurden daher 850 verwertbare Steine in der Salzgasse eingelagert und der Kirchenaltar zugemauert. Mit der tatsächlichen Planung zur Rekonstruktion der Frauenkirche begann der Stadtrat jedoch erst 1985, und es dauerte noch einmal 11 Jahre bis genügend Spendengelder und Sponsoren für den Wiederaufbau zusammengekommen waren. Der Grundstein wurde schließlich 1994 gelegt.

Als Baumeister begleitete Eberhard Burger alle Arbeiten an der Frauenkirche, 2005 war sie schließlich fertig und wurde am 30. Oktober feierlich eingeweiht. Es gab allerdings auch kritische Stimmen, die zum Einen den Verlust eines Mahnmals gegen den Krieg beklagten und zum Anderen die moderne Architektur der neuen Frauenkirche beanstandeten. Sie sei ein Neubau in historischem Gewand und habe nichts mehr mit dem ursprünglichen Bau gemein. Im Großen und Ganzen wurde die „neue alte Frauenkirche“ aber sowohl von der Bevölkerung als auch von Gegnern und Befürwortern des Baus positiv aufgenommen.

Heutige Nutzung

Die Frauenkirche wird heute durch zwei Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens betreut, ist aber vorrangig eine Besichtigungskirche für Dresdner und Touristen aus aller Welt. Unter der Woche finden Mittags-und Abendandachten statt, und sonntags werden 11 und 18 Uhr Gottesdienste abgehalten. Darüber hinaus dient die Frauenkirche als Veranstaltungsort für Orgelkonzerte und geistliche Konzerte, wer will kann sich hier aber auch trauen oder sein Kind taufen lassen.

 

Chronologie 

1722

Ratszimmermeister George Bähr legt die ersten Pläne für einen Neubau der stark baufälligen alten Frauenkirche vor

1726

Genehmigung des Entwurfs mit vier Ecktürmen und hölzerner Kuppel. Grundsteinlegung im August

1733

Nach dem Tod Augusts des Starken stiftet der katholische Kurfürst August III. 28.366 Taler für den Weiterbau des protestantischen Gotteshauses. Bähr darf die Kuppel in Stein ausführen.

1738

Weiterbau der Kirche nach dem Tode Bährs

1743

Vollendung des Kirchenbaus durch Ratsmaurermeister Gottfried Fehre und Johann Georg Schmidt

1760

Die Frauenkirche übersteht den Angriff preußischer Kanonen. Kommentar des Angreifers Friedrich II. von Preußen: „Da bleibt der Dickkopf eben stehen".

1924

Beginn der ersten großen Sanierung der Frauenkirche (bis 1930)

1938

zweite große Sanierung (bis 1942). Die Hauptkuppel erhält einen Ringanker aus Stahlbeton. Die Dokumentation ist später wichtige Quelle für den Wiederaufbau

1945

am 15. Februar, zwei Tage nach dem Bombenangriff auf Dresden, stürzt die Kuppel ausgeglüht zusammen

1946

Der „Große Dresdner Aufbauplan" sieht den Wiederaufbau der Frauenkirche vor

1962

Nach ersten Bergungsarbeiten 1948 droht eine Beräumung der Ruine, die am Geldmangel scheitert

1966

Der Rat der Stadt beschließt, die Ruine als Mahnmal zu erhalten. Die Gottesdienste an der Frauenkirche erhalten 1989 eine immer größere politische Bedeutung

1990

Am 12. Februar veröffentlicht eine Bürgerbewegung den „Ruf aus Dresden" und appelliert die Öffentlichkeit zur Unterstützung des Wiederaufbaus

1991

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche entscheidet sich am 18. März deutlich für den Wiederaufbau, dem die Dresdner Stadtverordneten 1992 zustimmen

1993

Beginn der Enttrümmerung. Im Oktober werden unerwartet gut erhaltene Reste des Altars freigelegt

1994

Am 27. Mai übergibt Oberbürgermeister Herbert Wagner die Baugenehmigung für den Wiederaufbau, der am gleichen Tag beginnt. Baudirektor wird Eberhard Burger.

2000

Der Herzog von Kent übergibt das vom britischen Dresden Trust gestiftete goldene Turmkreuz. An den Arbeiten war der Sohn eines britischen Bomberpiloten, Alan Smith, beteiligt. Die englische Königin spendet ebenfalls für das Kreuz, das sie in einer offiziellen Zeremonie nach Dresden verabschiedet.

2003

Der Stiftungsrat entscheidet sich nach einem heftigen „Orgelstreit" für eine moderne Frauenkirchenorgel „im Geiste Gottfried Silbermanns". Der Auftrag geht an die Straßburger Firma Kern. Im Juli wird der letzte Stein der Kuppel gesetzt, im September fallen die Gerüste

2004

Am 22. Juli beschließt das Aufsetzen von Turmhaube und Kreuz den äußeren Wiederaufbau. Ende des Jahres soll die Kuppel für Touristen als Aussichtsplattform geöffnet werden

2005

Im Sommer Fertigstellung des Innenraums und der Orgel.

Am Sonntag, 30. Oktober, einem Tag vor dem Reformationstag, wird die Kirche geweiht. Tausende Gäste verfolgen die Zeremonie in der Kirche oder vor den Bildschirmen auf dem Neumarkt, Millionen vor dem Fernseher.

Die von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert gegründete Kantorei und Kammerchor, sowie Frauenkirchenorganist Samuel Kummer sind Pfeiler des Musiklebens der Frauenkirche, ergänzt durch zahlreiche Konzerte von Gastkünstlern.

2006

Im Sommer wird eine Klimaanlage eingerichtet, da im Durchschnitt täglich rund 10.000 Besucher statt erwarteter 3.000 den Innenraum der Kirche besuchen.

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